Krampfadern

Krampfadern sind oberflächliche, erweiterte, teils knotige Venen. Wenn Krampfadern vorliegen nennt man dies in der medizinischen Fachsprache Varikose oder auch Varikosis.

Die sogenannte primäre Varikose ist eine degenerative Erkrankung der Venenwand. Die sekundäre Varikose entsteht infolge anderer Venenerkrankungen, z.B. nach einer Beinvenenthrombose als Umgehungskreislauf über das oberflächliche Venensystem.

Retikuläre Varikose

Retikuläre Varikosen sind in der Unterhaut liegende, verzweigte Krampfadern ohne Einfluss auf den venösen Blutabfluss. Durch den grösseren Durchmesser als bei Besenreisern handelt es sich aber um ästhetisch-kosmetisch besonders störende Gefässe. Sie werden in hohem Prozentsatz vererbt: Bei Befall eines Elternteils zu über 40%, sind beide Eltern betroffen sogar zu über 80%.

Einfluss auf Entstehung und Ausprägung haben auch hormonelle Einflüsse, Schwangerschaft, Übergewicht, falsche Ernährung, körperliche Inaktivität, Temperatur und andere Umwelteinflüsse.

Die retikuläre Varikose bildet sich im Gegensatz zur sogenannten Stammvarikose eher im mittleren und höheren Lebensalter aus und neigt, unabhängig von vorausgegangener Behandlung, zu sogenannten Rezidiven: also zum Wiederauftreten.

Therapien

Miniphlebektomie

Es handelt sich um einen ambulanten Eingriff in Lokal-Anästhesie mit hohem Anspruch an die Ästhetik. In unserer Klinik wird diese Art der Varikose mit einem speziellen Instrumentarium, dem sogenannten Müller-Häkchen, über feinste Hautstiche sequentiell in Etappen «herausgehäkelt». Die feinen Einstiche in die Haut müssen nicht zugenäht werden, sondern werden mit Pflastern verklebt. Nach dem Eingriff wird ein spezieller Kompressionsverband angelegt, um das Entstehen von Hämatomen möglichst zu vermeiden. Am Folgetag erhalten Sie für eine Woche einen Kompressionsstrumpf nach Mass, Sie können aber Ihren gewohnten Tätigkeiten ohne Einschränkung nachgehen.

Sklerotherapie

Alternativ bietet sich in geeigneten Fällen die Sklerotherapie an, vorzugsweise mit aufgeschäumtem Verödungsmittel. Hierzu sind nur wenige Sitzungen notwendig und der Patient stellt sich ein bis zweimal jährlich vor.

Seitenastvarikose

Von einer Seitenastvarikose – Seitenastkrampfadern – spricht man, wenn zur Stammvene zuführende Seitenäste durch funktionsgestörte Venenklappen einen Rückfluss fusswärts erleiden. Solche Varizen entstehen am Oberschenkel, wenn aus der Leistenmündung durch einen Klappendefekt Blut rückwärts strömt. Noch häufiger treten diese Varizen am Unterschenkel als sogenannte Bogenvarizen auf.

Weiterhin können Seitenastkrampfadern über Rückstrom von Blut aus den Verbindungsvenen (Perforantes) – vom oberflächlichen zum tiefen Venensystem – entstehen.

Therapie

Seitenastkrampfadern werden klassischerweise in Lokalanästhesie über kleine Hautstiche in Form der «Mini–Phlebektomie» mit speziellen Häkchen sequentiell entfernt. Bei geradem Verlauf dieser Varizen und entsprechendem Kaliber (Durchmesser) lassen sie sich auch mit einem Pin–Stripper in Etappen ziehen. Auch hier steht alternativ die Schaumsklerosierung zur Verfügung.

Perforans-Varizen

An Ober– und Unterschenkel sind etagenförmig bis zu 80 Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und tiefen Venensystem angelegt und führen einen Teil des venösen Blutes von der Oberfläche in das tiefe Beinvenensystem. Im Fall eines Klappendefekts setzen sich Druck – und Volumenschwankungen im tiefen Venensystem direkt in das oberflächliche Venensystem fort, so dass es zu krankhaften Erweiterungen – Perforans-Krampfadern – kommen kann.

Therapie

Die klassische Therapie dieser Form von Varikose ist in der Regel eine Operation. Die defekte Vene kann hier direkt durch einen Hautschnitt über der Varize unterbunden oder durchtrennt werden, bei entzündlichem Gewebe im Bereich der Vene auch endoskopisch. Bei alleinigem Auftreten der Perforans-Varikose erfolgt die Behandlung in Lokalanästhesie, oder bei gleichzeitiger Behandlung einer Stammvarikose in der geeigneten Narkoseform. Diese bespricht Ihr Arzt jeweils mit Ihnen. Alternativ und in geeigneten Fällen, ist auch die Behandlung mittels Schaumverödung möglich.

Stammvarikose

Die Stammvenen, die sogenannten «grosse Rosenvene» (Vena saphena magna) und die «kleine Rosenvene» (Vena saphena parva) sind die grössten Venen im oberflächlichen Venensystem und führen das Blut aus der Peripherie vom Fuss zurück zur Leiste und Kniekehle und stehen über Kurzschlussverbindungen auch im Zusammenhang mit den Verbindungsvenen zum tiefen Venensystem.

Sie können in ganzer Länge oder auch nur in Segmenten und Etappen Venenklappen haben, die nicht mehr schliessen können, was durch entsprechende Diagnostik mittels Ultraschall nachweisbar ist und zu individuell angepassten Therapie-Massnahmen führt.

Therapie

Bei komplettem Blutrückfluss aus der Leiste oder der Kniekehle ist die klassische Operation nach wie vor der Therapie-Goldstandart. Dabei wird die Vene vom tiefen Venensystem von der Mündungsklappe an abgekoppelt und ein «Stripping» durchgeführt, d.h. die krankhaften Venenanteile werden mit einer flexiblen Nabatoff-Sonde oder bei kurzstreckigen Venen mit einem PIN-Stripper entfernt. Seit 1981 erfolgt das stadiengerechte Stripping nach Hach, d.h., nur erkrankte Anteile der Venen werden entfernt, die gesunden bleiben erhalten und stehen bei Bedarf später zur Verwendung als Bypass für Ersatz der Herzkranzgefässe und dem sogenannten «Raucherbein» zur Verfügung. Nachuntersuchungen über mehr als 10 Jahre nach der OP zeigen bei dieser Therapie die besten Ergebnisse bezüglich dauerhaftem Erfolg und niedrigster Rate wiederkehrender Varizen.

Diese Methode wird in unserer Klinik mit sehr grosser Erfahrung und sehr guten Ergebnissen durchgeführt. Unser leitender Arzt Dr. med. Klaus Theodor Wolf zählt, mit über 20’000 erfolgreich durchgeführten Operationen aller Schwierigkeitsgrade am Venensystem, zu den führenden Gefässchirurgen.

Rezidivvarikose

Unter einer Rezidivvarikose versteht man ein erneutes Auftreten einer Krampfaderkrankeit von demselben Typ und in derselben Region, in der die Vor-OP stattfand, meist mit entsprechenden Beschwerden.

Oft handelt sich dabei um ehemals doppelt angelegte Gefässe – bei der Erstoperation waren die noch funktionsfähig, sind später aber aufgrund defekter Venenklappen zur Krampfader degeneriert – oder es kam bei der Erstoperation zur inadäquaten Therapie.

Die Diagnose wird mittels Ultraschall, in seltenen Fällen mittels Phlebographie (Röntgen mit Kontrastmittel) gestellt.